29.03.26: Sevilla – Stadt der Könige und des Flamenco
Heute klingelt um 7 Uhr bei fast allen das Telefon auf dem Zimmer in einer Lautstärke, dass man meint es ist Feueralarm. Dabei ist es nur der Weckanruf und somit die Vorsorge, dass auch alle ihre Uhren umgestellt haben.
Trotz der Sommerzeit und einer kurzen Nacht sind alle pünktlich ab 8:15 Uhr beim Frühstück – nur dass die Abfahrt schon um 9 Uhr statt um 9:15 ist, haben nicht alle mitbekommen. Aber wir sind ja relaxed und da doch noch nicht so viel Verkehr wie erwartet auf dem Weg nach Sevilla ist, passt der Zeitplan für die Stadtrundfahrt, den Besuch des Plaza España (mit Singeinlage) und die Führung im königlichen Alcazar Palastes perfekt.
Ab heute ist Sevilla im Ausnahmezustand, da die „Heilige Woche“, die Semana Santa, die vom Palmsonntag bis zum Ostersonntag geht, beginnt. Über 60 Bruderschaften ziehen durch die Stadt und jeden Tag gibt es Prozessionen. Und auch die Kapuzenmänner (Nazarenos) sind überall unterwegs.
Jung und Alt, Gr0ß und Klein kleiden sich überaus festlich und chic. Die ganze Stadt scheint auf den Beinen zu sein. Man zeigt sich im besten Sonntagshäs, geht Essen und ein Gläschen Wein trinken und man trifft Freunde und Familie. Und da sich auch noch viele Touristen hier tummeln, wird die Altstadt zusehends voller. Und das tolle Wetter mit blauem Himmel und 20° C trägt dazu natürlich auch bei.
Wir haben uns deswegen für eine Bootstour auf dem Guadalquir entschieden und genießen den besonderen Blick auf die Stadt vom Wasser aus.

Nein, dass ist nicht unser Schiff, sondern ein Nachbau der Nao Viktoria, mit der Magellan die Welt umsegelte.
Die Ibero-Amerikanische Ausstellung von 1929 und die Weltausstellung Expo 1992 haben bis heute ihre Spuren hinterlassen. Die teilnehmenden Länder haben prächtige ländertypische Pavillons erstellt, die heute noch von diesen Ländern oder anderweitig genutzt werden. Es wurden mehrere architektonisch sehenswerte Brücken für die Ausstellungen erbaut, was uns auf unserem Schiff in 5 Sprachen, zusätzlich zu den vielen Türmen und Gebäuden, mit hörbaren Stolz präsentiert wird.
Natürlich ist diese Stadt auch sonst überaus geschichtsträchtig, ist doch Christoph Columbus von Huelva (ca. 70 km von Sevilla entfernt) aus nach Indien gestartet und in der Kathedrale von Sevilla beigesetzt. Viele Kulturen haben hier ihren Fußabdruck hinterlassen, was bei jedem Schritt spürbar ist. Allein die Altstadt erstreckt sich über 4 km².
Vom Wind durchgepustet, voller Eindrücke und langsam fußmüde machen wir uns auf den Weg ins Hotel. Leider ist die Bar noch zu, also eröffnen wir unsere eigene Bar.
Jetzt noch Abendessen und ein toller Tag geht zu Ende. Apropos Abendessen; der angekündigte Putenbraten mit süßer Orangensoße und cremiger Kartoffelbeilage hat sich als Schweine- bzw. Rindergulasch mit Reis und süßlicher Soße entpuppt. Aber erstens sind wir relaxed und zweitens hat es gut geschmeckt. Die Bar hat geöffnet und so findet noch der ein oder andere Absacker einen neuen Besitzer. Guads Nächtle.






