März 2026

30.03.26: Córdoba – Zwischen Moschee und Patios

Nach einem Abschiedsständchen im Hotel, sind wir auf dem Weg von Sevilla nach Córdoba. Vorbei an riesigen Feldern, Störchen und sogar einem Sonnenkraftwerk. Barbara erzählt wieder viel von Land und Leuten und von dem berühmtesten Torero seiner Zeit – El Córdobes.

Damit unsere Gesundheit erhalten bleibt, gibt’s bei einer Rast einen Notfallschnaps bzw. -whiskey

und dann taucht schon Córdoba vor uns auf.

Es ist noch Zeit vor der Führung der Moschee-Kathedrale für einen Snack und um die netten Läden zu besuchen.

Dann werden wir von Miguel (oder Michael, in Deutschland geboren, jetzt aber in Córdoba zu Hause) empfangen und er präsentiert uns dieses einzigartige Nationaldenkmal seiner Heimat – die Mezquita-Catedral.

Diese Moschee, erbaut auf einer westgotischen Basilika, war nach der Erbauung ab 786 die Größte seiner Art in Europa und die zweitgrößte Moschee der Welt (nach Mekka) mit einer Fläche von 23.400 m². Und in die Moschee wurde 1263 nach der Eroberung durch die Christen, eine riesige Kathedrale gebaut. Von den ursprünglichen 1013 Säulen sind 113 dem Neubau zum Opfer gefallen. Die Kathedrale wurde innerhalb von 230 Jahren eingebaut und beherbergt ein Chorgestühl mit 119 Sitzen und 56 Grabkapellen. Und wir haben die Sondergenehmigung bekommen, in einer der Kapellen Singen zu dürfen. Es war eine ganz besonderer Atmosphäre, die alle Anwesenden sehr ergriffen hat.

Moschee

Moschee

Kathedrale

Miguel hat so viel Spannendes und Informatives über das UNESCO Weltkulturerbe zu erzählen, dass wir gar nicht wissen, wo man zuerst hinschauen soll. Einfach überwältigend. Eine riesige Kirche innerhalb einer noch größeren Moschee – auf der ganzen Welt einzigartig.

>>> Info Moschee_Kathedrale (PDF)

Danke Miguel für die tolle Führung

Nach einer Stunde Guggen und Staunen, geht es in die Altstadt mit seinen vielen Gässchen und Innenhöfen (auch Weltkulturerbe) und ohne Miguel würde man nur schwer wieder zurück finden. Es wird ja behauptet, dass 2% der Einwohner verirrte Besucher seien.

Je müder die Füße werden, desto geringer ist die Lust, nach der tollen Führung, die Freizeit zu nutzen, um noch einen Einkaufsbummel zu machen. Zumal die Geschäfte schon um 17 Uhr schließen, weil es heute auch in Córdoba wieder Prozessionen gibt und die Einheimischen schon in die Altstadt strömen. Also strömen wir raus in Richtung Bus und haben eine kurze Fahrt ins Hotel.

Zwar hat unser Speisesaal beim Abendessen den Charme und den Lärm einer Bahnhofshalle, aber das Essen ist reichlich, heiß und ganz gut. Und da wir eine große Gruppe sind, bleibt die Hotelbar kurzerhand geschlossen und die Getränke könnten im Speisesaal geordert werden.

Aber es war wieder ein langer und beeindruckender Tag und so verschwinden doch viele relativ früh auf ihren Zimmern.

¡Buenas noches! ¡Dulces sueños!

PS.: Eigentlich trinkt man hier Wein erst nach 12 Uhr, ausser bei Beerdigungen, denn da ist Wein schon vorher erlaubt. Vielleicht sind deswegen Trauergäste zahlreich vertreten nach dem Motto: Trink vor 12 Uhr den Wein, denn du könntest der Nächste sein.

PSS.: Die vielen Innenhöfen sind oft sehr klein und so werden die Blumentöpfe platzsparend an den Wänden befestigt. Sieht toll und bunt aus, ist aber für die Frauen umständlich zum Gießen und das Gießwasser tropft den Männern auf den Kopf. Deswegen dürfen diese während des Gießens in die Bodega gehen. Es stellt sich jetzt nur die Frage, ob es deswegen immer mehr Wandtöpfe gibt, damit die Männer möglichst lange fortbleiben dürfen oder möglichst lange fortbleiben sollen.


29.03.26: Sevilla – Stadt der Könige und des Flamenco

Heute klingelt um 7 Uhr bei fast allen das Telefon auf dem Zimmer in einer Lautstärke, dass man meint es ist Feueralarm. Dabei ist es nur der Weckanruf und somit die Vorsorge, dass auch alle ihre Uhren umgestellt haben.

Trotz der Sommerzeit und einer kurzen Nacht sind alle pünktlich ab 8:15 Uhr beim Frühstück – nur dass die Abfahrt schon um 9 Uhr statt um 9:15 Uhr ist, haben nicht alle mitbekommen. Aber wir sind ja relaxed und da doch noch nicht so viel Verkehr wie erwartet auf dem Weg nach Sevilla ist, passt der Zeitplan für die Stadtrundfahrt, den Besuch des Plaza España (mit Singeinlage) und die Führung im königlichen Alcazar Palastes perfekt. 

Plaza Espana

Alkazar

Ab heute ist Sevilla im Ausnahmezustand, da die „Heilige Woche“, die Semana Santa, die vom Palmsonntag bis zum Ostersonntag geht, beginnt. Über 60 Bruderschaften ziehen durch die Stadt und jeden Tag gibt es Prozessionen. Und auch die Kapuzenmänner (Nazarenos) sind überall unterwegs.

Jung und Alt, Gr0ß und Klein kleiden sich überaus festlich und chic. Die ganze Stadt scheint auf den Beinen zu sein. Man zeigt sich im besten Sonntagshäs, geht Essen und ein Gläschen Wein trinken und man trifft Freunde und Familie. Und da sich auch noch viele Touristen hier tummeln, wird die Altstadt zusehends voller. Und das tolle Wetter mit blauem Himmel und 20° C  trägt dazu natürlich auch bei.

Die berühmten Keramikkacheln sind überall zu finden

Wir haben uns deswegen für eine Bootstour auf dem Guadalquivir entschieden und genießen den besonderen Blick auf die Stadt vom Wasser aus.

Nein, dass ist nicht unser Schiff, sondern ein Nachbau der Nao Viktoria, mit der Magellan die Welt umsegelte.

Die Ibero-Amerikanische Ausstellung von 1929 und die Weltausstellung Expo 1992 haben bis heute ihre Spuren hinterlassen. Die teilnehmenden Länder haben prächtige ländertypische Pavillons erstellt, die heute noch von diesen Ländern oder anderweitig genutzt werden. Es wurden mehrere architektonisch sehenswerte Brücken für die Ausstellungen erbaut, was uns auf unserem Schiff in 5 Sprachen, zusätzlich zu den vielen Türmen und Gebäuden, mit hörbaren Stolz präsentiert wird. 

Natürlich ist diese Stadt auch sonst überaus geschichtsträchtig, ist doch Christoph Columbus von Huelva (ca. 70 km von Sevilla entfernt) aus nach Indien gestartet und in der Kathedrale von Sevilla beigesetzt. Viele Kulturen haben hier ihren Fußabdruck hinterlassen, was bei jedem Schritt spürbar ist. Allein die Altstadt erstreckt sich über 4 km².

Vom Wind durchgepustet, voller Eindrücke und langsam fußmüde machen wir uns auf den Weg ins Hotel. Leider ist die Bar noch zu, also eröffnen wir unsere eigene Bar.

Karambo, Karacho, ein Whiskey

Jetzt noch Abendessen und ein toller Tag geht zu Ende. Apropos Abendessen; der angekündigte Putenbraten mit süßer Orangensoße und cremiger Kartoffelbeilage hat sich als Schweine- bzw. Rindergulasch mit Reis und süßlicher Soße entpuppt. Aber erstens sind wir relaxed und zweitens hat es gut geschmeckt. Die Bar hat jetzt auch geöffnet und so findet noch der ein oder andere Absacker einen neuen Besitzer. Guads Nächtle.


© 2026 - Reiseblog Andalusien-Marokko 2026 des Chorverband Otto Elben e.V. Impressum - Datenschutz - agentur einfachpersönlich