April 2026

01.04.26: Granada – auf eigene Faust erkunden

Heute ist ein busfreier Tag und somit besteht die Möglichkeit Granada zu Fuß zu erkunden. Entweder schließt man sich Barbara an, die mit Hilfe der Audiogeräte einer ganzen Gruppe die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten erklärt oder man kann auf eigene Faust losziehen und alles besuchen, was für einen sehenswert und interessant ist.

Wasserträger und sein Esel

 

Kathedrale

Heute früh ist es noch etwas schattig (5 º C) und entsprechend ist die Innenstadt noch menschenleer und auch mit vielen Personen bequem zu erlaufen. Nach dem „offiziellen“ Teil schwärmen die Teilnehmer aus, kaufen Parfüm mit dem typischen Orangenblütenduft (Barbara kennt hier einfach die besten Einkaufsmöglichkeiten), Schmuck, Mitbringsel, Gewürze und Tee. Einigen machen sich zu Fuß auf, das älteste Stadtviertel Albaicin über endlose Stufen zu erklimmen (das ist man doch von Stuttgart gewöhnt, oder nicht?). Und oh Wunder, oben etwas außer Puste angekommen, sitzen doch schon einige dort in einem Lokal und genießen den tollen Ausblick auf die Stadt. Tja, öffentliche Busse machen es möglich.

Am späten Nachmittag trifft man sich im 8. Stock unseres Hotel auf dem Rooftop und genehmigt sich bei Sonne und 23 º C (kein Aprilscherz) noch einen Kaffee, ein Bier oder einen Sangria, bevor es zum Abendessen geht.

Panoramablick vom Rooftop unseres Hotels

Und nachdem wir ja gestern schon Teile der Prozession gesehen haben und wir den ganzen Tag auf den Beinen sind, hat heute Abend keiner mehr Lust sich ins Getümmel zu stützen. Lieber noch in den 8. Stock rauf und einen Absacker mit dem schönen Blick auf Granada genießen.

¡Buenas noches, que descanses!


Da diese Karwoche mit den Prozessionen in Spanien so ein besonderes Ereignis ist, hier ausnahmsweise mal etwas detailliertere Informationen (KI unterstützt):

Die Prozessionen der Karwoche in Granada

Jedes Jahr verwandelt sich Granada während der Semana Santa in eine Bühne für tief verwurzelte Traditionen. Zahlreiche Bruderschaften (spanisch: cofradías) ziehen in feierlichen Prozessionen durch die historischen Straßen der Stadt.

Die Prozessionen sind geprägt von:

  • Schweigenden Menschenmengen und einer ehrfürchtigen Stimmung
  • Kerzenlicht, das die engen Gassen beleuchtet
  • Trommeln und Blasmusik, die einen feierlichen Rhythmus vorgeben
  • Weihrauch, der die Luft erfüllt

Im Zentrum jeder Prozession stehen die sogenannten Pasos – reich verzierte Plattformen mit religiösen Figuren, die Szenen aus dem Leiden Christi oder der Jungfrau Maria darstellen. Diese werden von Trägern (costaleros) durch die Stadt getragen.

Viele dieser Figuren sind kunsthistorisch wertvoll und stammen aus verschiedenen Epochen.

An den Prozessionen nehmen verschiedene Gruppen teil:

  • Nazarenos: Büßer mit langen Gewändern und spitzen Kapuzen (Schwarz, weiss, lila)
  • Costaleros: Träger der schweren Pasos
  • Musikkapellen: Begleiten die Umzüge mit traditionellen Märschen

Die spitzen Kapuzen erinnern optisch an andere Kontexte, haben hier jedoch eine jahrhundertealte religiöse Bedeutung.

Jeder Tag hat seine eigenen Prozessionen, doch besonders hervorzuheben sind:

  • Gründonnerstag: Eine der intensivsten Nächte mit mehreren großen Umzügen
  • Karfreitag: Gedenktag der Kreuzigung – besonders feierlich und emotional
  • Ostersonntag: Feier der Auferstehung mit deutlich freudigerer Stimmung

Eine einzige Prozession kann mehrere Stunden dauern – und wer sie komplett sehen möchte, braucht Geduld. Doch genau diese Langsamkeit macht den Zauber der Karwoche in Granada aus und ist weit mehr als ein religiöses Ereignis – sie ist ein emotionales Erlebnis, das tief in der Identität der Stadt verwurzelt ist. Wer diese Tage miterlebt, erhält einen einzigartigen Einblick in die andalusische Kultur.

Dieses Paso der Jungfrau Maria wird von 30 Costaleros getragen.

 


30.03.26: Córdoba – Zwischen Moschee und Patios

Nach einem Abschiedsständchen im Hotel, sind wir auf dem Weg von Sevilla nach Córdoba. Vorbei an riesigen Feldern, Störchen und sogar einem Sonnenkraftwerk. Barbara erzählt wieder viel von Land und Leuten und von dem berühmtesten Torero seiner Zeit – El Córdobes.

Damit unsere Gesundheit erhalten bleibt, gibt’s bei einer Rast einen Notfallschnaps bzw. -whiskey

und dann taucht schon Córdoba vor uns auf.

Es ist noch Zeit vor der Führung der Moschee-Kathedrale für einen Snack und um die netten Läden zu besuchen.

Dann werden wir von Miguel (oder Michael, in Deutschland geboren, jetzt aber in Córdoba zu Hause) empfangen und er präsentiert uns dieses einzigartige Nationaldenkmal seiner Heimat – die Mezquita-Catedral.

Diese Moschee, erbaut auf einer westgotischen Basilika, war nach der Erbauung ab 786 die Größte seiner Art in Europa und die zweitgrößte Moschee der Welt (nach Mekka) mit einer Fläche von 23.400 m². Und in die Moschee wurde 1263 nach der Eroberung durch die Christen, eine riesige Kathedrale gebaut. Von den ursprünglichen 1013 Säulen sind 113 dem Neubau zum Opfer gefallen. Die Kathedrale wurde innerhalb von 230 Jahren eingebaut und beherbergt ein Chorgestühl mit 119 Sitzen und 56 Grabkapellen. Und wir haben die Sondergenehmigung bekommen, in einer der Kapellen Singen zu dürfen. Es war eine ganz besonderer Atmosphäre, die alle Anwesenden sehr ergriffen hat.

Moschee

Moschee

Kathedrale

Miguel hat so viel Spannendes und Informatives über das UNESCO Weltkulturerbe zu erzählen, dass wir gar nicht wissen, wo man zuerst hinschauen soll. Einfach überwältigend. Eine riesige Kirche innerhalb einer noch größeren Moschee – auf der ganzen Welt einzigartig.

>>> Info Moschee_Kathedrale (PDF)

Danke Miguel für die tolle Führung

Nach einer Stunde Guggen und Staunen, geht es in die Altstadt mit seinen vielen Gässchen und Innenhöfen (auch Weltkulturerbe) und ohne Miguel würde man nur schwer wieder zurück finden. Es wird ja behauptet, dass 2% der Einwohner verirrte Besucher seien.

Je müder die Füße werden, desto geringer ist die Lust, nach der tollen Führung, die Freizeit zu nutzen, um noch einen Einkaufsbummel zu machen. Zumal die Geschäfte schon um 17 Uhr schließen, weil es heute auch in Córdoba wieder Prozessionen gibt und die Einheimischen schon in die Altstadt strömen. Also strömen wir raus in Richtung Bus und haben eine kurze Fahrt ins Hotel.

Zwar hat unser Speisesaal beim Abendessen den Charme und den Lärm einer Bahnhofshalle, aber das Essen ist reichlich, heiß und ganz gut. Und da wir eine große Gruppe sind, bleibt die Hotelbar kurzerhand geschlossen und die Getränke könnten im Speisesaal geordert werden.

Aber es war wieder ein langer und beeindruckender Tag und so verschwinden doch viele relativ früh auf ihren Zimmern.

¡Buenas noches! ¡Dulces sueños!

PS.: Eigentlich trinkt man hier Wein erst nach 12 Uhr, ausser bei Beerdigungen, denn da ist Wein schon vorher erlaubt. Vielleicht sind deswegen Trauergäste zahlreich vertreten nach dem Motto: Trink vor 12 Uhr den Wein, denn du könntest der Nächste sein.

PSS.: Die vielen Innenhöfen sind oft sehr klein und so werden die Blumentöpfe platzsparend an den Wänden befestigt. Sieht toll und bunt aus, ist aber für die Frauen umständlich zum Gießen und das Gießwasser tropft den Männern auf den Kopf. Deswegen dürfen diese während des Gießens in die Bodega gehen. Es stellt sich jetzt nur die Frage, ob es deswegen immer mehr Wandtöpfe gibt, damit die Männer möglichst lange fortbleiben dürfen oder möglichst lange fortbleiben sollen.


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