Bei den meisten klingelt der Wecker heute schon um 4 Uhr (nachts!) und um 4:30 Uhr fliegt schon die erste Maschine über unsere Köpfe hinweg.
Sogar ein für diese Uhrzeit üppiges Frühstück steht für uns schon bereit und es werden zum vorletzten mal die Koffer im Bus verstaut und es geht Richtung Flughafen.
Es heißt nun Abschied nehmen von unserem Fahrer Ismail und unserem Reiseleiter Adil. Vielen Dank an euch für die schönen gemeinsamen Tage und alle Gute für euch.
Am Flughafen ist das Einchecken problemlos, die letzten Dirham werden im Duty free verprasst und es geht pünktlich nach Zürich. Und die Uhr muss wieder um eine Stunde nach vorne gestellt werden.

Es ist wahrscheinlich der kurzen Nacht geschuldet, dass im Flieger die Funktion am Vordersitz erst auf den 2. Blick erkannt wird – man kann dort ein Handy oder Tablett einklemmen um die Entertainmentprogramme bequemer zu guggen.

Wir landen fast pünktlich in Zürich, die Passkontrolle geht mit dem biometrischen Ausweis und einer Kamera jetzt digital und alle Koffer sind auch angekommen. Wir müssen noch unseren Bus finden und ab nach Hause. Aber wo ist er denn und wartet auf uns ? Es sind einige Telefonate notwendig und es stellt sich heraus, dass unser Busfahrer nicht bei der Ankunftshalle wartet, sondern am Busbahnhof und verzweifelt bei den ankommenden Flügen nach einem Flieger aus Ägypten Ausschau hält. Wie hat man eigentlich solche Suchaktionen früher ohne Handy hinbekommen ? Jedenfalls geht es jetzt nach Böblingen, wo die Lieben oder ein Taxi schon warten und ab nach Hause.
Es war wieder eine tolle, spannende und beeindruckende Reise in zwei Länder, die unterschiedlich sind und doch viel geschichtliches und kulturelles gemeinsam haben. Die vielen Eindrücke müssen erst einmal verarbeitet werden und dieser Reiseblog soll in der Zukunft dazu beitragen, sich an diese Reise zu erinnern.
Vielen Dank an Alle, die während der Reise immer eine helfende Hand hatten. An Clemens, der uns wieder fit für die Auftritte gemacht hat und vor allem an Klaus und Waltraud für die lange Vorbereitungszeit, die Organisation, eure Geduld und euren Humor.
Vielen lieben Dank für die positiven Rückmeldungen zu unserem Reiseblog und bis zum nächsten Mal
Eure Reisebloggerin Vera
“Wer lebt, sieht viel. Wer reist, sieht mehr.”– Arabisches Sprichwort

Heute geht es von Europa nach Nordafrika – obwohl sich geologisch gesehen Marokko auf der Afrikanischen Platte befindet, trifft es im Norden auf die Eurasischen Platte, was zur Entstehung des Atlasgebirgs geführt hat und es deswegen bis heute zu Erdbeben in dieser Region kommt.
Jetzt heißt es Abschied nehmen von Juan Carlos und Barbara, vielen Dank an Euch alles Gute, und wir machen uns auf den Weg zur Fähre, die um 11 Uhr ablegt. Alle haben das Schiffsticket (auf dem wir übrigens auf einmal alle männlich geworden sind) und den Reisepass parat, das Gepäck wird wie im Flughafen durchleuchtet und es geht zur Passkontrolle. Und jetzt kommt auf einmal Hektik auf, denn der Pass von einem Mitreisenden fehlt plötzlich. Es wird überall gesucht, im Rucksack, in allen Taschen, unter dem Scanner und alle Boxen werden abgesucht – Fehlanzeige. Der Pass bleibt verschwunden. Alle anderen sind schon auf der Fähre, denn in 20 Min. legt diese ab. Klaus bittet Barbara um Hilfe, die noch vor Ort ist und auch gleich zu Hilfe eilt. Aber es ist Ostern, das Konsulat ist in Malaga und mit einem Ersatzpass wird das nicht ganz einfach.

Die Fähre legt ab, aber nur mit 44 Passagieren unserer Gruppe an Bord. Nach ca. 10 Minuten gibt es Entwarnung. Der Pass hatte sich im Ärmel der Jacke versteckt und W. aus B. kann eine halbe Stunde später mit der nächsten Fähre nachkommen. Puh – den Himmel sei Dank.
Und schon beginnt das nächste Drama. Nachdem sich alle auf der Fähre verteilt haben und sich ein ruhiges oder sonniges Plätzchen gesucht haben, um die Überfahrt zu genießen, kommt die Ansage, dass alle Passagiere zur Passkontrolle kommen müssen und einen Stempel in den Pass bekommen. Also bildet sich schnell eine lange Schlange vor dem einzigen Schalter. Wir müssen alle einen Einreisezettel mit unseren persönlichen Daten, unserem Reiseziel und der Adresse in Marokko ausfüllen. Wir geben Tanger und das erste Hotel in Chefchaouen an. Aber schon die vor uns wartenden Marokkaner brauchen eine gefühlte Ewigkeit, bis sie fertig sind. Und bei uns hat der Beamte irgendwie mit der Adresse ein Problem. Mal will er noch den Namen des Reiseleiters haben, dann reicht ihm der Hotelname nicht und er will die gesamte Route haben, etc. Schlussendlich benötigen wir zusammen die gesamten 90 Minuten der Überfahrt um alle unseren Stempel zu bekommen. Kaum sind alle abgefertig, legen wir auch schon in Tanger an.
Unser neuer Reiseleiter Adil und unser neuer Busfahrer Ismail heißen uns schon Willkommen. Im Bus können wir etwas Geld gewechselt: 40 EUR = ca. 400 Dirham. Denn auf den Märkten braucht man Bargeld, wenn man Souvenirs und Wasser kaufen will. Die Uhren müssen wieder ein Stunde zurückgestellt werden.
Es geht zuerst nach Tetuan, wo wir die Altstadt besichtigen und wer schon mal in Afrika auf einem Markt war, kennt die Händlerstände mit im Freien hängendem Fleisch, freilaufenden Hühnern, dichtem Gedränge, verschleierten Frauen und ungewohnten Gerüchen.
Auf der Weiterfahrt gibt uns Adil viele Informationen über sein Heimatland, welche Bedeutung hier Wasser hat, dass Olivenöl genau wie in Spanien zum Grundnahrungsmittel gehört und dass die Sprache marokkanisch und berberisch, französisch aber eine Fremdsprache ist und ab der 3. Klasse unterrichtet wird.

Nein, das ist nicht Südtirol, sondern Marokko
Unsere letzten Hotels waren alle sehr gut, aber unsere neue Unterkunft El Cortijo ist etwas ganz anderes. Sehr urig und landestypisch eingerichtet, kleine 2 stöckige Häuser mit Schafen vor der Tür.


Heute gibt es zum ersten Mal ein Buffet zum Abendessen, mit vielen Salaten, warmen Speisen und Obst als Nachtisch. Der Vanillepudding schmeckte teilweise etwas verbrannt, aber trotzdem sind alle satt geworden. Da es hier keine Bar gibt und die Getränke ziemlich teuer sind (Bier 6 EUR, Rotwein 0,7 l 30 EUR). Geht es seeehr früh ins Bett. Und wir fahren um 8 Uhr schon weiter.
Lilla sa’ida w tal ghedda (ليلة سعيدة و تال غدا)
Tassast tamghart, ar azekka
Bonne nuit et à demain

Flugroute
Heute geht’s es also endlich los. Wir starten bei eiskaltem Wetter in Böblingen und fahren mit dem Bus nach Zürich. Es bleibt am Flughafen Kloten genügend Zeit die Kofferanhänger beim Automaten anhand der Bordkarte rauszulassen und einige haben es sogar geschafft, die Anhänger schon zu Hause beim Check-In anzufordern und auszudrucken. So geht es Ruckzuck, bis alle auf dem Weg zur Sicherheitskontrolle sind. Dort wird auf 3 Ebenen abgefertigt, man muss nix aus dem Rucksack in die Schalen legen – keine Flüssigkeiten, keine elektronischen Geräte – und schon geht es in den A320 der Edelweiss Air.
Was aber immer wieder verwundert ist, dass zwar das Boarding in Gruppen 1 – 5 eingeteilt ist, aber trotzdem beim Einstieg über eine Gangway mit einer Tür (also nicht per Bus übers Rollfeld und 2 offene Türen) nicht von hinten nach vorne aufgefüllt wird, sondern erst die Businessclass aufgerufen wird (na ja die zahlen ja auch mehr, kommen aber auch nicht früher ans Ziel) und dann nach und nach bis zu den hintersten Plätzen. Und es dauert bis jeder seine Sachen verstaut hat und endlich sitzt und die anderen Passagiere vorbei können. Na ja es muss ja auch noch Verbesserungspotential da sein – vielleicht kann man ja mal die KI fragen, wie das optimiert werden könnte 😉
Der Service ist ausgezeichnet, die Essen reicht bis zur letzten Reihe (Insiderwissen von unserer Reise 2016 in die USA) und nach 1781 km landen wir pünktlich bei 18 Grad und wolkenlosen Himmel in Faro / Portugal.
Eine interessante Beobachtung noch aus dem Flieger: Früher gab es „Kotztüten“ in den Sitzennetzen vor einem, jetzt gibt es Spendentüten für einen guten Zweck. Die Zeiten ändern sich eben.

Spendentüte
Da wir noch in Portugal sind, müssten wir eigentlich die Uhren eine Stunde zurück stellen. Bei die Überquerung der Grenze nach Spanien dann wieder eine Stunde vorstellen und da ja von heute auf morgen die Umstellung der Winter- auf die Sommerzeit erfolgt, um 2 Uhr auf 3 Uhr umstellen. Es wird also spannend, ob morgen alle rechtzeitig zum Frühstück und zur Abfahrt da sind.
Unsere Reiseleiterin Barbara Mayer nimmt uns am Flughafen in Empfang, wir singen natürlich ein kurzes Ständchen und dann haben wir noch 2 Stunden Busfahrt nach Sanlucar Mayor (26 km vor Sevilla) vor uns.

Der Reisechor singt in der Ankunftshalle
Auf der Fahrt bekommen wir erste Infos über die Geschichte Andalusiens und Sevillas. Wir haben einen tollen Bus ohne Netze am Sitz, dafür an fast jedem Sitzplatz Strom zum Handyladen. Man kann eben nicht alles haben.
Um 23 Uhr noch ein Abendessen im Hotel – alles etwas lauwarm, aber einigermaßen essbar und dann ins Bett. Schließlich wird uns ja heute Nacht noch eine Stunde geklaut.