April 2026

03.04.26: Marokko ruft – Von Algeciras nach Chefchaouen

Heute geht es von Europa nach Nordafrika – obwohl sich geologisch gesehen Marokko auf der Afrikanischen Platte befindet, trifft es im Norden auf die Eurasischen Platte, was zur Entstehung des Atlasgebirgs geführt hat und es deswegen bis heute zu Erdbeben in dieser Region kommt.

Jetzt heißt es Abschied nehmen von Juan Carlos und Barbara, vielen Dank an Euch alles Gute, und wir machen uns auf den Weg zur Fähre, die um 11 Uhr ablegt. Alle haben das Schiffsticket (auf dem wir übrigens auf einmal alle männlich geworden sind) und den Reisepass parat, das Gepäck wird wie im Flughafen durchleuchtet und es geht zur Passkontrolle. Und jetzt kommt auf einmal Hektik auf, denn der Pass von einem Mitreisenden fehlt plötzlich. Es wird überall gesucht, im Rucksack, in allen Taschen, unter dem Scanner und alle Boxen werden abgesucht – Fehlanzeige. Der Pass bleibt verschwunden. Alle anderen sind schon auf der Fähre, denn in 20 Min. legt diese ab. Klaus bittet Barbara um Hilfe, die noch vor Ort ist und auch gleich zu Hilfe eilt. Aber es ist Ostern, das Konsulat ist in Malaga und mit einem Ersatzpass wird das nicht ganz einfach.

Die Fähre legt ab, aber nur mit 44 Passagieren unserer Gruppe an Bord. Nach ca. 10 Minuten gibt es Entwarnung. Der Pass hatte sich im Ärmel der Jacke versteckt und W. aus B. kann eine halbe Stunde später mit der nächsten Fähre nachkommen. Puh – den Himmel sei Dank.

Und schon beginnt das nächste Drama. Nachdem sich alle auf der Fähre verteilt haben und sich ein ruhiges oder sonniges Plätzchen gesucht haben, um die Überfahrt zu genießen, kommt die Ansage, dass alle Passagiere zur Passkontrolle kommen müssen und einen Stempel in den Pass bekommen. Also bildet sich schnell eine lange Schlange vor dem einzigen Schalter. Wir müssen alle einen Einreisezettel mit unseren persönlichen Daten, unserem Reiseziel und der Adresse in Marokko ausfüllen. Wir geben Tanger und das erste Hotel in Chefchaouen an. Aber schon die vor uns wartenden Marokkaner brauchen eine gefühlte Ewigkeit, bis sie fertig sind. Und bei uns hat der Beamte irgendwie mit der Adresse ein Problem. Mal will er noch den Namen des Reiseleiters haben, dann reicht ihm der Hotelname nicht und er will die gesamte Route haben, etc. Schlussendlich benötigen wir zusammen die gesamten 90 Minuten der Überfahrt um alle unseren Stempel zu bekommen. Kaum sind alle abgefertig, legen wir auch schon in Tanger an.

Unser neuer Reiseleiter Adil und unser neuer Busfahrer Ismail heißen uns schon Willkommen. Im Bus können wir etwas Geld gewechselt: 40 EUR = ca. 400 Dirham. Denn auf den Märkten braucht man Bargeld, wenn man Souvenirs und Wasser kaufen will. Die Uhren müssen wieder ein Stunde zurückgestellt werden.

Es geht zuerst nach Tetuan, wo wir die Altstadt besichtigen und wer schon mal in Afrika auf einem Markt war, kennt die Händlerstände mit im Freien hängendem Fleisch, freilaufenden Hühnern, dichtem Gedränge, verschleierten Frauen und ungewohnten Gerüchen.

Auf der Weiterfahrt gibt uns Adil viele Informationen über sein Heimatland, welche Bedeutung hier Wasser hat, dass Olivenöl genau wie in Spanien zum Grundnahrungsmittel gehört und dass die Sprache marokkanisch und berberisch, französisch aber eine Fremdsprache ist und ab der 3. Klasse unterrichtet wird.

Nein, das ist nicht Südtirol, sondern Marokko

Unsere letzten Hotels waren alle sehr gut, aber unsere neue Unterkunft El Cortijo ist etwas ganz anderes. Sehr urig und landestypisch eingerichtet, kleine 2 stöckige Häuser mit Schafen vor der Tür.

Heute gibt es zum ersten Mal ein Buffet zum Abendessen, mit vielen Salaten, warmen Speisen und Obst als Nachtisch. Der Vanillepudding schmeckte teilweise etwas verbrannt, aber trotzdem sind alle satt geworden. Da es hier keine Bar gibt und die Getränke ziemlich teuer sind (Bier 6 EUR, Rotwein 0,7 l 30 EUR). Geht es seeehr früh ins Bett. Und wir fahren um 8 Uhr schon weiter.

Lilla sa’ida w tal ghedda (ليلة سعيدة و تال غدا)
Tassast tamghart, ar azekka
Bonne nuit et à demain


02.04.26: Granada – Führung Alhambra und dann weiter nach Algeciras

Heute heißt es wieder Kofferpacken und mit den gläsernen Aussenaufzügen runter in die Lobby. Zum einen darf man da keine Höhenangst haben und zum anderen sind es keine intelligenten Aufzüge. Denn da ja fast 46 Personen gleichzeitig mit ihren Koffern nach unten wollen, es aber noch andere Hotelgäste gibt, die zum Frühstück oder in ihre Zimmer wollen, kommen die bereits vollen Kabinen mehrmals in den einzelnen Stockwerken vorbei. Aber nach ca. 7 Min. Wartezeit, kommen auch die Letzten vom 7. Stock unten an. Es gibt wieder ein Abschiedsständchen und dann geht es hinauf zur Alhambra.

Es warten schon unsere Führer Maria und Manuel, die uns die nächsten 3 Stunden mit Geschichte und Kultur begeistern.

Barbara liest uns eine kurze Einführung in die Alhambra vor, die uns auf dieses prächtige Wahrzeichen einstimmt.

Wir besichtigen zuerst die Gärten Generalife mit der ehemaligen Sommerresidenz der Sultane und dann den Renainssancepalast von Karl V, der eigentlich besser nach Italien passen würde.

Marias Gruppe im Renainssancepalast

Und dann geht es in die Nasriden Paläste, wo wir aus dem Staunen angesichts die Ausstattung nicht mehr herauskommen.

Es gibt keinen Sieger, ausserAllah

Natürlich benötigt man da zwischendurch mal eine Harmoniepause und zum ersten Mal auf all unseren Reisen gibt es eine Schlange vor der Männertoilette.

Die ganzen Eindrücke dieser prächtigen Anlage werden noch lange bei uns nachklingen und wir machen uns auf dem Weg über Málaga nach Algeciras.

Die Fahrt dauert 3,5 Stunden und dazwischen brauchen wir auch mal eine Pause, um uns zu stärken. Also ab in eine Autobahnraststätte und es wie der Zufall will, liegt sie genau gegenüber der Raststätte, die wir auf dem Weg nach Granada am 31.03. schon besucht haben. Und sie hat den gleichen Bahnhofscharme, aber das Essen ist überraschender Weise gar nicht so schlecht. Trotzdem müssen wir was für unser Wohlbefinden tun und ein Notfallgetränk wird ausgegeben.

Auf dem Weg gibt Barbara wieder viel Wissen über die jeweilige Umgebung und Gibraltar an uns weiter, wir fahren in Malaga an endlosen Ferienunterkünften vorbei und kommen dann in Algecira im Hotel an.

Während des Abendessens kommen 2 Ehepaare zu uns und schauen sich suchend um. Es stellt sich heraus, dass es Kollegen und Freunde aus Holzgerlingen sind, die von unserer Reise erfahren haben, das Ehepaar Sünder, Clemens König und Sigi Schneider gut kennen und einen kurzen Besuch abstatten wollen. Sie kommen seit 40 Jahre nach Algecira und sind derzeit auf Urlaub hier. So klein ist die Welt. Da müssen wir doch gleich ein Ständchen singen. Einige werden noch auf ein Gläschen in die Bar eingeladen, aber es war wieder ein toller und langer Tag und viele hören ihr Bett rufen.

Nuestro último día en Europa, mañana nos vamos a África.
Buenas noches y que duerman bien.


Da man sich einfach nicht alles merken, geschwiegen denn wiedergeben kann, hier eine kurze Beschreibung der Alhambra (mit KI Unterstützung ;-):

Die Alhambra ist eine der bedeutendsten historischen Anlagen Europas und ein herausragendes Beispiel islamischer Architektur in Spanien. Sie liegt auf dem Sabikah-Hügel oberhalb der Stadt Granada und überblickt das Tal des Flusses Darro.

Die heutige Anlage entstand überwiegend im 13. und 14. Jahrhundert unter der Nasriden-Dynastie, der letzten muslimischen Herrscherfamilie auf der Iberischen Halbinsel. Nach der christlichen Rückeroberung Granadas im Jahr 1492 wurde die Alhambra von den katholischen Königen weiter genutzt und teilweise umgebaut.Sie ist eines der bedeutendsten Beispiele maurischer Architektur in Europa.

Besonders beeindruckend sind die Nasridenpaläste, die aus mehreren miteinander verbundenen Bereichen bestehen, die sich um Innenhöfe gruppieren:

•Mexuar: Der älteste Teil, genutzt für Verwaltung und Audienzen
•Comares-Palast: Offizieller Regierungssitz mit dem berühmten Myrtenhof und dem Thronsaal
•Löwenpalast: Privater Wohnbereich der Herrscher mit dem ikonischen Löwenhof (Patio de los Leones)

Die Nasridenpaläste sind berühmt für ihre außergewöhnlich feine Dekoration:

•Stuckverzierungen mit komplexen geometrischen Mustern
•Arabische Inschriften, oft mit poetischen Texten und religiösen Zitaten
•Muqarnas-Gewölbe (tropfsteinartige Decken), besonders eindrucksvoll im Löwenpalast
•Keramikfliesen (Azulejos) mit präzisen Ornamenten

Ein zentrales Element ist Wasser: Spiegelbecken, Brunnen und Kanäle sorgen nicht nur für Kühlung, sondern verstärken auch die symmetrische Ästhetik.

Die angrenzenden Gärten des Generalife dienten einst als Rückzugsort der Herrscher und laden heute mit Wasserläufen und schattigen Wegen zum Verweilen ein.


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