Aktuell

Etwas für die Statistik

Hier kommen noch einige Daten für die Statistik

2 Kontinente
8 Hotels
4 Königspaläste
4 Busfahrer
2 Reiseleiter
1 Fähre
45 Reisende
14 Städte und Orte (Sevilla, Córdoba, Granada, Ageciras, Luque, Tanger, Chefchaouèn, Tetuan, Fès, Meknès, Rabat, Casablanca, Marrakech, Aït-Ben-Haddou)
Ca. 2.070 km mit dem Bus

Ca. 1.781 km Zürich-Faro
Ca. 2.200 km Marrakech-Zürich

Wörter, die in unserem Gedächtnis bleiben werden:
Shukran
Jalla, jalla
Chefchaouèn
Salem aleikum


09.04.26: Heimreise – Marrakech nach Zürich

Bei den meisten klingelt der Wecker heute schon um 4 Uhr (nachts!) und um 4:30 Uhr fliegt schon die erste Maschine über unsere Köpfe hinweg.

Sogar ein für diese Uhrzeit üppiges Frühstück steht für uns schon bereit und es werden zum vorletzten mal die Koffer im Bus verstaut und es geht Richtung Flughafen.

Es heißt nun Abschied nehmen von unserem Fahrer Ismail und unserem Reiseleiter Adil. Vielen Dank an euch für die schönen gemeinsamen Tage und alle Gute für euch.

Am Flughafen ist das Einchecken problemlos, die letzten Dirham werden im Duty free verprasst und es geht pünktlich nach Zürich. Und die Uhr muss wieder um eine Stunde nach vorne gestellt werden.

Es ist wahrscheinlich der kurzen Nacht geschuldet, dass im Flieger die Funktion am Vordersitz erst auf den 2. Blick erkannt wird – man kann dort ein Handy oder Tablett einklemmen um die Entertainmentprogramme bequemer zu guggen.

Wir landen fast pünktlich in Zürich, die Passkontrolle geht mit dem biometrischen Ausweis und einer Kamera jetzt digital und alle Koffer sind auch angekommen. Wir  müssen noch unseren Bus finden und ab nach Hause. Aber wo ist er denn und wartet auf uns ? Es sind einige Telefonate notwendig und es stellt sich heraus, dass unser Busfahrer nicht bei der Ankunftshalle wartet, sondern am Busbahnhof und verzweifelt bei den ankommenden Flügen nach einem Flieger aus Ägypten Ausschau hält. Wie hat man eigentlich solche Suchaktionen früher ohne Handy hinbekommen ? Jedenfalls geht es jetzt nach Böblingen, wo die Lieben  oder ein Taxi schon warten und ab nach Hause. 

Es war wieder eine tolle, spannende und beeindruckende Reise in zwei Länder, die unterschiedlich sind und doch viel geschichtliches und kulturelles gemeinsam haben. Die vielen Eindrücke müssen erst einmal verarbeitet werden und dieser Reiseblog soll in der Zukunft dazu beitragen, sich an diese Reise zu erinnern.

Vielen Dank an Alle, die während der Reise immer eine helfende Hand hatten. An Clemens, der uns wieder fit für die Auftritte gemacht hat und vor allem an Klaus und Waltraud für die lange Vorbereitungszeit, die Organisation, eure Geduld und euren Humor.

Vielen lieben Dank für die positiven Rückmeldungen zu unserem Reiseblog und bis zum nächsten Mal

Eure Reisebloggerin Vera

“Wer lebt, sieht viel. Wer reist, sieht mehr.”– Arabisches Sprichwort


08.04.26: Vielfalt erleben – Atlasgebirge und Aït-Ben-Haddou

Die Nacht im Hotel in Marrakech war bei den meisten heute um 5:30 Uhr beendet. Plötzlich hatte man das Gefühl, dass gleich ein Flugzeug im Zimmer landet, denn das Hotel liegt in der Einflugschneise des Flughafens.

Es liegen heute min. 6 Std. Busfahrt vor uns, denn es geht in den Südosten über das Hochaltas Gebirge. Dieses Gebirge ist genauso alt wie unsere Alpen (60 Mio Jahre), hat 30 Berge mit mehr als 4000 m und der höchste Gipfel liegt bei 4176 m.

Wir sind bei Regen gestartet und je weiter wir uns nach oben schlängeln, desto besser wird die Sicht, die Sonne kommt raus und der Blick ist atemberaubend. Man fragt sich immer wieder, ist das Österreich oder Marokko ?

Die Bevölkerung in dieser Gegend besteht hauptsächlich aus Berbern, die sich selbst Imagzihen („freie Menschen“) nennen; sie sind keine einheitliche Gruppe, sondern bestehen aus zahlreichen Stämmen und Großfamilien. In dieser Gegend, weit vom irgendwo, gelangten sie zu hohem Reichtum, weil sie bei der Überquerung der Pässe Zoll verlangt haben. Mit der Unterstützung der Franzosen übernahmen sie die Verwaltung des Gebiets, was nach der Unabhängigkeit 1956 wieder aberkannt wurde.

Marokko ist das einzige Land, in dem der Arganbaum, auch Ziegenbaum genannt, zu Hause ist. Aus den Früchten wird hochwertiges kosmetisches Öl und Speiseöl gewonnen. Das Anbaugebiet umfasst 113.000 ha. Als vor 40 Jahren erkannt wurde, wie wertvoll und gesund dieses Öl ist, standen gleich Kosmetikkonzerne auf dem Plan, um die Herstellung zu Industrialisieren. Aber König Hassan II hat das glücklicherweise untersagt und mit Hilfe der GIZ wird das hochwertige und handgepresste Öl durch Kooperativen durch und für Frauen gefördert. Durch diese Kooperativen verdienen die Berberfrauen ihr eigenes Geld, werden finanziell unabhängig und fördern die Bildung ihrer Töchter. Abgerundet wird das durch die Vergabe von Mikrokrediten. Derzeit arbeiten 30.000 Frauen erfolgreich in 1.500 Kooperativen.

Wir machen bei einer Kooperative Halt und vor allem die Frauen decken sich mit verschiedenen Ölen ein. Und obwohl wir hier gefühlt im nirgendwo sind, klappt die Bezahlung per Kreditkarte problemlos.

Der nächste Stopp ist bei der Kasbah Air Ben Haddou nahe von Ouarzazate. Es ist ein Beispiel für einen befestigten Lehmziegelbau, der verschachtelt gebaut ist und auch UNESCO Weltkulturerbe ist. Dieser diente als Kulisse für Hollywoodfilme wie „Gladiator“ und „Game of Thrones“. 

Wir haben heute von Regen, Sonne, Wind, Nebel, Kälte und Hitze wettertechnisch alles mitgenommen, was der Wettergott zu bieten hat. Nur geschneit hat es nicht, aber die höchsten Gipfel des Hohenatlas waren schneebedeckt. Unser Busfahrer Ismail fährt uns sicher über sie vielen Serpentinen und den 2260 hohen Pass hin und auch wieder zurück, was bei manchen engen Straßen und erstaunlich vielen Holländern mit Wohnmobilen und Wohnwägen gar nicht so ohne ist.

Ismail und Adil

Leider geraten wir auf dem Rückweg wieder in das Verkehrschaos in Marrakech und schaffen es gerade rechtzeitig zum Abendessen. Jetzt heisst es noch für den Flug einchecken, was aber mehrere Versuche benötigt, da die Technik ab und an streikt.

So, jetzt aber ab in die Heia, denn um 5:45 Uhr steht der Bus bereit und es heißt Abschied nehmen.

 


07.04.26: Marrakech – Paläste, Gärten & Souks

Unser vorletzter Tag in unserer Reise bricht an und es steht uns ein langer Bustag bevor, denn es geht ins 270 km entfernte Marrakech. Auf der gesamten Strecke säumen rechts und links riesige Felder und Plantagen die Route soweit das Auge reicht. So grün haben wir uns Nordmarokko nicht vorgestellt. Und der Kontrast zwischen einer sehr gut ausgebauten  4-6 spurigen Autobahn, die mit allen erdenklichen Automarken (ausser Tesla, wir haben auch keine Ladestationen gesehen) und modernen Rastanlagen befahren wird, und vielen Schafherden, Mulis und Bauern, die ihre Felder direkt daneben bearbeiten, ist schon krass. Überhaupt treffen hier Vergangenheit und Gegenwart direkt und überall sichtbar aufeinander.

In Marrakech angekommen fühlt man sich wie auf der A81 zwischen Böblingen-Hulb und Böblingen-Ost mit Baustellen und viel Verkehr. Und es scheint so, als ob alle 1,5 Mio Einwohner Besitzer eines Mopes oder Mofas sind. Damit wird jede noch so kleine Lücke genutzt, um schneller als alle anderen voran zu kommen.

Und in der Medina, die nur ca. 4000 Gassen hat, muss man schon wieder aufpassen, dass man nicht über den Haufen gefahren wird oder verloren geht. Aber unser Adil hat wieder einen Lumpensammler engagiert, der seine „Herde“ zusammen hält.

Wir bewundern die Koutoubia Moschee, eine der ältesten und größten Moscheen des Landes und die Platz für 25.000 Gläubige bietet. Sie stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde bei dem Erdbeben der Stärke 7,3 am 8.9.2023 schwer beschädigt. Dieses Erdbeben hat im ganzen Land große Schäden angerichtet und viele Menschenleben gekostet.

Es geht weiter zu den Saadier Gräbern, wo wir um ersten Mal anstehen müssen, um die vielen Gräber besichtigen zu können.

Dann besichtigen wir einige Räume des Bahia Palastes, der eine Fläche von 8000 m² und 160 Räume hat. Er wurde 1867 vom Großwesir Si Moussa in Auftrag gegeben und obwohl die Räume heute leer stehen, kann man sich die Pracht der einst hier lebenden Herrscher gut vorstellen. Der Palast ist auch UNESCO Weltkulturerbe und war u.a. Kulisse für Hollywood Filme, wie „Der Wüstenlöwe“ und „Lawrence von Arabien“.

Türenausstellung und Wandverziehrungen

Bahia Palast Decke Wohnraum

Der Garten Majorelle ist in mitten dieser lebendigen Stadt eine wohltuende Oase. Riesiger Bambus, Bananenstauden und Kakteen wachsen hier in mitten von blauen und gelben Farbtupfern. Dieser Garten mit Villa wurde 1926  von Jaques Majorelle angelegt und 1980 von Yves Saint Laurant und seinem Lebensgefährten vor dem Verfall gerettet und 2008 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Nachdem die Seele aufgetankt hat, geht es wieder ins Getümmel, nämlich zum Gauklermarkt. Früher war hier der Treffpunkt der Karawanen, jetzt Treffpunkt der Händler mit Garküchen, Obstständen, dressierten Berberaffen und Schlangenbeschwörern.

Als Abschluss geht es ins Dar Essalam, einem marokkanischen Lokal unter der Altstadt, in dem 1956 Szenen des Hitchcock Films „Der Mann, der zuviel wusste“ gedreht wurde. Es gibt ein Folkloreprogramm, leider Lautstärker verstärkt, aber trotzdem unterhaltsam und das Essen ist wieder sehr gut und reichlich. Wir haben ja heute keine Zeit zum Mittagessen gehabt, deswegen wird alles Ratzeputz leergegessen.

Da wir heute von 8-23 Uhr on Tour waren, sind jetzt alle fix und fertig und fallen müde in Bett. Sogar der abendliche Absacker fällt aus.

Schlaft gut und träumt von 1000 und 1 Nacht in Marrakech.


06.04.26: Über Land – Von Fès nach Casablanca

Heute haben wir eine Strecke von 300 km vor uns. Zuerst geht es nach Meknès, eine der 4 Königsstädte in Marroko, neben Rabat, Fés und Marrakesch. Die Altstadt ist auch hier UNESCO Weltkulturerbe und besitzt eine 45 km lange Stadtmauer. Die Medina ist nicht ganz so verwirrend wie die Medina in Fés, aber zum Verlaufen würde es auch reichen. Der ehemalige König Mulai Ismail (1625-1727) war ein großer Bewunderer des französischen Sonnenkönigs und wollte seinen Baustil in Marroko dem des Schlosses Versailles anpassen. Er galt als etwas größenwahnsinnig – Geschichte wiederholt sich immer wieder.

Angeblich hatte er in seinem Harem 500 Frauen und ca. 1000 Kinder und wollte unbedingt eine französische Prinzessin Ludwigs XIV als weitere Gemahlin, schickte wertvolle Geschenke als Brautwerbung nach Frankreich und bekam als Ablehnung vier barocke Standuhren geschenkt. Diese flankieren noch heute den Sarkophag im prachtvollen  Mausoleum. Allerdings galt ab diesem Zeitpunkt das Verhältnis der beiden Länder als etwas frostig.

Es gibt wieder ein leckeres marrokanisches Mittagessen. Bei uns heißt es ja „Jedes Böhnchen ein Tönchen“, Adil sagt dazu „Ausatmen in die Hose“.

Dann geht es in die 146 km entfernte Hauptstadt Rabat und während der Fahrt bekommen wir von Adil viele Informationen über Flora und Fauna, Heimatkunde und Geschichte und uns wird immer mehr bewußt, wie bedeutend Marokko in der Vergangenheit und auch heute noch in der Welt ist.

Auf der Fahrt fällt uns auf, dass die Polizeipräsenz im ganzen Land auffallend groß ist, es werden überall Fahrzeugkontrollen durchgeführt und auch in den vielen und großen Kreisverkehren regelt die Security National den Verkehr.

Wie besuchen in Rabat das Mausoleum von Mohammed V, dem Großvater des heutigen Königs – das drittgrößte Mausoleum weltweit.  Es ist nur mit den wertvollsten Materialien ausgestattet, so ist der Sarkophag aus weisem Onyx und die Decke mit Gold verziert. Die 4 Eingänge werden von der königlichen Garde bewacht, deren Kleidung und Gewehr uns aber eher an eine Szene aus Karl May’s „Der Shut“ erinnert.

In Rabat findet man Alt und Neu, Antike und Moderne eng beieinander. Die Moschee aus dem 12. Jahrhundert konkurriert mit modernen Bauten gleich nebenan.

Alt und Neu

Die neue Oper „Kobra“

Mausoleum innen

Mausoleum außen

Königliche Garde vor dem Mausoleum

Und was auch überall auf den Straßen und den großen Parkanlagen zu finden sind, sind Straßenkehrer, die mit Palmwedeln und Kutterschaufeln für Sauberkeit sorgen. Da wäre in Stuttgart derzeit auch Handlungbedarf.

Wir kommen in die Rush Hour und es dauert ewig raus aus der Stadt in Richtung Casablanca. Die größte Stadt Marrokos ist seit 1912 von 12.000 Einwohnern auf heute ca. 4 Mio Einwohner gewachsen und ist ein zentraler Industriestandort und mit dem Hafen auch ein weltweit bedeutender Warenumschlagplatz geworden.

Trotz 6 spuriger Autobahn sind wir spät dran, deswegen geht es gleich ins Hotel und zum Abendessen. Wir sind heute zig mal raus aus dem Bus und wieder rein in den Bus, haben in kurzer Zeit die wichtigsten Sehenswürdigkeiten besichtigt und viele Geschichtsdaten zu verarbeiten und deswegen bleibt nur ein kleines Grüppchen übrig, das im Nachbarhotel einen Schlaftrunk nehmen will. Der Rest muss erst mal Köper und Geist pflegen.

Casablanca – Schau mir in die Augen Kleines.

 


05.04.26: Fès intensiv – Medina, Handwerk & Geschichte

Heute geht es zuerst mit dem Bus zum Königspalast, der mit 83 ha riesig ist, und obwohl der König sehr selten hier wohnt und regiert, gibt es entlang der Palastmauer alle 20 m ein Wachhäuschen für die Soldaten, die den Palast bewachen.

Fès ist eine Stadt des Handwerks, der Religion und der Bildung. Hier entstand angeblich 859 die erste Universität der Welt. Und sie ist u.a. für ihre Keramiken berühmt. Es gibt eine Handwerkskammer, die eine Art Ausbildung für Keramiker anbietet und die besuchen wir. Der Beruf ist körperlich sehr anspruchsvoll und erfordert viel Geduld und Präzision. Wir dürfen bei einzelnen Arbeitsschritten zusehen und es wird uns erst jetzt bewußt, wie aufwendig die Mosaiken hergestellt werden, die überall in Marokko gegenwärtig sind.

Es gibt ein kleines Museum und natürlich einen Shop, in dem man sehr schöne Mosaiktische, Vasen, Teller und auch Brunnen kaufen kann. Mit dem Flieger wird es aber schwierig, das nach Deutschland zu transportieren, aber uns wird sofort mitgeteilt, dass ein Versand natürlich überhaupt kein Problem ist. Also ein kleines Tischen oder ein Brunnen würde schon in den ein oder anderen Garten passen.

Wir fahren mit dem Bus zu unserem nächsten Termin um 11:30 Uhr, die Mitwirkung in einem Gottesdienst. Und was wir dort erleben, ist etwas ganz anderes, als wir erwartet haben. Es ist nämlich ein evangelikaler Gottesdienst der Gemeinde aus Gabun, der eigentlich min. 2 Stunden dauert, von einem Chor und einer Band begleitet wird und sehr an einen Gospelgottesdienst aus den USA erinnert. Die Bibelverse werden vorgesungen und die ganze Gemeinde singt immer mal wieder mit. Damit das klappt, werden die Texte über einen Bildschirm angezeigt. Überhaupt wird alles gefilmt und wahrscheinlich gestreamt.

Mit viel Emotionen und Hingabe wird an die Geschichte und die Bedeutung des Osterfestes erinnert und wir sind teilweise etwas überfordert. Es ist sehr laut, der Raum im 4. Stock eines Wohnhauses platzt aus allen Nähten, es ist warm und stickig, es gibt ein ständiges Kommen und Gehen und alles in französischer Sprache. Nach einer Stunde haben wir die Gelegenheit unsere Art der Kirchenmusik darzubringen und der Kontrast könnte nicht größer sein. Die Überraschung ist auf beiden Seiten spürbar, aber trotzdem ist die Atmosphäre sehr herzlich. Dem ganzen Gottesdienst wohnen wir nicht bei, das ist einfach zu lang und unser Mittagessen wartet schon.

Medina

Es geht mit dem Bus zur Medina, wo wir in einem marokkanischen Restaurant schon erwartet werden. Es gibt als Vorspeise kleine Schälchen mit Avocados, Auberginenmus, Oliven, Süßkartoffeln, Schafskäse, Sellerie und Brot. Eigentlich kann man davon schon satt werden.

Marrokanische Vorspeisen

Als Hauptspreise kann man wählen zwischen Tajine und Pastilla, einer Teigpastete aus Filoteig, gefüllt mit Hühnchen, Gemüse, bestäubt mit Puderzucker und Zimt. Ungewöhnlich als Hauptspeise und sehr lecker. Abgerundet wird alles mit frischem Obst und marokkanischem Kaffee. Eigentlich wäre jetzt eine Siesta nicht schlecht, aber unser Adil möchte uns durch die Medina von Fès schleusen.

Ganz grober Medinaplan

Die Medina ist ein riesiges Labyrinth aus ca. 9000 engen Gassen, traditionellen Häusern und Märkten und UNESCO Weltkulturerbe. Um unsere Gruppe mit 45 Personen da durch zu führen, ist Verstärkung in Form einens Lumpensammler eingetroffen, der immer am Ende der Gruppe versucht keinen zu verlieren. Aber 10 % Schwund ist eigentlich normal und manch ein Reiseleiter hat schon eine Suchaktion starten müssen. Es gibt dann auch „hilfsbereite“ Marokkaner, die verirrte Touristen gerne gegen ein Trinkgeld wieder aus der Medina rausführen.

Wir schlängeln uns durch Menschenmassen vorbei an Stoffballen, Kleidung, Schmuckgeschäften, Sellou (eine Art Türkischer Honig), Schuhen, Souvenirs, Gemüse und vielem mehr, immer damit beschäftigt Adil nicht aus den Augen zu verlieren. Er will uns so viel wie möglich zeigen, biegt mal rechts, mal links ab, rein in einen Innenhof, Halt vor einer Moschee und rein in eine Art Parfümerie. Hier heißt uns ein Verkäufer willkommen, den jede deutsche Vertriebsabteilung sofort einstellen würde. Er preist uns die Vorzüge von Arganöl, Arnikaöl, Amber und Kaktusfeigenkernöl in den höchsten Tönen an und wenn wir alles anwenden, werden wir auf jeden Fall jünger und gesünder. Wir können alles ausprobieren, duften danach nach Rose, Verbene, Orangenblüten, Eukalyptus und Amber. Aber vieles bekommt man bei uns zwar auch, aber teurer und die Geldbeutel leeren sich.

Weiter geht es im Getümmel der Medina, auf die Seite springen, da ein Händler mit Schubkarre durch will, oder ein beladenes Muli und rein in eine alte Weberei, die Teppiche, Decken, Schals und Stoffe in Handarbeit herstellt. Dieser Beruf stirbt, wie bei uns, auch hier langsam aus. Was für uns neu ist, dass Seide aus Agaven gewonnen und verarbeitet werden kann – also vegane Seide. Die Damenwelt ist entzückt angesichts der schönen Farben und Stoffe, und Geld wechselt den Besitzer.

Seide aus Agaven

Jetzt wollen wir nur noch raus aus dem Gewimmel, denn es wird immer voller. Vorbei an dem Gerberviertel mit dem typischen Geruch, kommen wir tatsächlich vollzählig wieder beim Bus an.

Gerberviertel

Während wir im Hotel Abendessen, kommt nochmal eine Reisegruppe an, die auch Essen will, aber es gibt keinen Platz mehr, was nicht gut ankommt. Wir haben es tatsächlich geschafft, ein paar Bierchen zu organisieren und lassen diesen eindrucksvollen Tag langsam ausklingen.

يوم زوين آخر سالى (Aussprache: Yom zwine akhor salā)

ⴰⵙⵙ ⵣⵓⵏ ⵢⴰⵏ ⵉⵎⵎⴰⵏ ⵢⴼⴽ (Aussprache ungefähr: Ass zoun yan imman yefk)

Une autre belle journée se termine

An saumäßig scheener Dag goht z‘end.


04.04.26: Von den Bergen in die Königsstadt – Chefchaouen nach Fès

Bevor es in Richtung Fès geht, besichtigen wir die „blaue“ Stadt Chefchaouen und es geht in verwinkelte Gässchen mit Händlern, kleinen Plätzen, vielen Sackgassen, verzierten Türen und verschiedenen Gerüchen. Fast alle Häuser sind in weiss / blau gestrichen und die Stadt gilt deswegen als immaterielles Kulturerbe der UNESCO.

Diese Stadt mit ihren 46.00 Einwohnern gilt als sehr gesunde Stadt, weil es keine Fastfood Restaurants und auch keine großen Supermärkte gibt. Zwei mal in der Woche gibt es einen Markt, auf dem die umliegenden Bauern ihre regionalen Produkte anbieten. Alles andere kann man in kleinen Läden und Ständen kaufen. Nach 3 Stunden per Fuß bergauf und bergab geht es jetzt in die 194 km entfernte Stadt Fès.

Auf dem Weg dorthin gibt uns Adil wieder viel Wissenswertes mit auf den Weg. Z.B. gibt es in dieser Gegend vermehrt Wildschweine  und auch einige Weinanbaugebiete, was uns etwas verwundert, da das ja eigentlich nicht mit den islamischen Regeln zusammenpasst. Aber vom marokkanischen Königshaus wird ein sehr gemäßigter Islam vorgelebt und so leben auch alle 3 Weltregionen in diesem toleranten Land seit jeher friedlich zusammen.

Auf halber Strecke sehen wir im Nirgendwo einen großen Markt mit Zelten, einen Souk, auf dem die Bauern einmal die Woche ihre Produkte verkaufen. Aber dieser Markt ist auch ein wichtiger sozialer Treffpunkt. Hier werden Neuigkeiten ausgetauscht, Häuser und Grundstücke gehandelt, Waren getauscht, es gibt eine Post, wo auch Briefe hingeschickt werden können, einen Notar, einen Friseur und einen Zahnzieher.

Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel geht es vorbei an endlosen Olivenhainen, Orangenbäumen, Feldern mit Erbsen,  Zwiebeln, Minze, und Weizen. An der Straße entlang (die mal 4 spurig und gut ausgebaut und mal voller Schlaglöcher und sehr schmal ist) sehen wir unzählige Schafherden, Esel, Mulis, wilde Hunde, Kühe, Dromedare und Störche. Unser Fahrer Ismail meistert die oft kurvige Strecke mit Bravour und schlängelt sich an sehr langsamen Lastern mit Gasflaschen vorbei, weicht waghalsigen Überholern aus und schleicht durch viele Baustellen. Und im Hintergrund geht es immer noch am Gebirge Rif und seinen Ausläufern entlang.

Einer von 150 großen Stauseen

Sehr hübsch, oder ?

Da Adil auch ein begeisterter Hobbykoch ist, gibt er sein Rezept für das traditionelle Gericht Tajine preis. Dieses Schmorgericht wird in einem Art Römertopf zubereitet, besteht u.a. aus Zwiebeln, Fleisch, speziellen Gewürzen und Gemüse. und gaaaanz wichtig – Zwiebeln immer ganz unten.

Wir haben teilweise seit dem Frühstück nur wenig gegessen und uns läuft das Wasser im Mund zusammen und der Magen knurrt. Als wir an einer Orangenplantage vorbeikommen, besorgt uns Adil ganz frische Orangen. Mhhh, lecker.

Nach mehr als 3 Stunden Busfahrt kommen wir endlich in Fès an. Leider liegt unser Hotel etwas außerhalb und man kann nicht einfach mal kurz ins Städtle reinlaufen. Die Zimmer sind quadratisch, praktisch, zweckmäßig und teilweise klein, aber trotzdem für 2 Übernachtungen ausreichend.

Das Abendessen ist wieder in Buffetform und wenig marrokanisch – abr d‘r Honger treibt’s nei. Ein netter Kellner fragt unvorsichtigerweise, ob wir noch einen Wunsch haben und die Antwort lautet einstimmig: ein Bier. Er beginnt zu lachen und erklärt sich bereit einen Freund mit einem Motorroller in dem nächsten Shop zu schicken, der auch Alkohol verkauft. Wir machen es uns draußen schon mal gemütlich und freuen uns schon auf ein kühles Helles, aber schon kommt der Kellner um die Ecke und muss uns beichten, dass der Shop leider schon geschlossen hat. Also verschieben wir das auf morgen. Ein paar Meter weiter ist ein ***** Sterne Hotel mit einer Bar und so wackeln einige doch noch dort hin und welche Überraschung, da sitzen schon einige aus unsere Gruppe. Mir Schwoba wisset ons halt emmer zom Helfa.

Marokkanisches Arabisch (Darija): بالصحة ونعس مزيان

Berberisch: ⵜⴰⵏⵎⵎⵉⵔⵜ ⴰⵙⵏⵓ ⵎⴰⵏ

Französisch: Santé et dors bien

Schwäbisch: Proscht ond schlofet guat

 


03.04.26: Marokko ruft – Von Algeciras nach Chefchaouen

Heute geht es von Europa nach Nordafrika – obwohl sich geologisch gesehen Marokko auf der Afrikanischen Platte befindet, trifft es im Norden auf die Eurasischen Platte, was zur Entstehung des Atlasgebirgs geführt hat und es deswegen bis heute zu Erdbeben in dieser Region kommt.

Jetzt heißt es Abschied nehmen von Juan Carlos und Barbara, vielen Dank an Euch alles Gute, und wir machen uns auf den Weg zur Fähre, die um 11 Uhr ablegt. Alle haben das Schiffsticket (auf dem wir übrigens auf einmal alle männlich geworden sind) und den Reisepass parat, das Gepäck wird wie im Flughafen durchleuchtet und es geht zur Passkontrolle. Und jetzt kommt auf einmal Hektik auf, denn der Pass von einem Mitreisenden fehlt plötzlich. Es wird überall gesucht, im Rucksack, in allen Taschen, unter dem Scanner und alle Boxen werden abgesucht – Fehlanzeige. Der Pass bleibt verschwunden. Alle anderen sind schon auf der Fähre, denn in 20 Min. legt diese ab. Klaus bittet Barbara um Hilfe, die noch vor Ort ist und auch gleich zu Hilfe eilt. Aber es ist Ostern, das Konsulat ist in Malaga und mit einem Ersatzpass wird das nicht ganz einfach.

Die Fähre legt ab, aber nur mit 44 Passagieren unserer Gruppe an Bord. Nach ca. 10 Minuten gibt es Entwarnung. Der Pass hatte sich im Ärmel der Jacke versteckt und W. aus B. kann eine halbe Stunde später mit der nächsten Fähre nachkommen. Puh – den Himmel sei Dank.

Und schon beginnt das nächste Drama. Nachdem sich alle auf der Fähre verteilt haben und sich ein ruhiges oder sonniges Plätzchen gesucht haben, um die Überfahrt zu genießen, kommt die Ansage, dass alle Passagiere zur Passkontrolle kommen müssen und einen Stempel in den Pass bekommen. Also bildet sich schnell eine lange Schlange vor dem einzigen Schalter. Wir müssen alle einen Einreisezettel mit unseren persönlichen Daten, unserem Reiseziel und der Adresse in Marokko ausfüllen. Wir geben Tanger und das erste Hotel in Chefchaouen an. Aber schon die vor uns wartenden Marokkaner brauchen eine gefühlte Ewigkeit, bis sie fertig sind. Und bei uns hat der Beamte irgendwie mit der Adresse ein Problem. Mal will er noch den Namen des Reiseleiters haben, dann reicht ihm der Hotelname nicht und er will die gesamte Route haben, etc. Schlussendlich benötigen wir zusammen die gesamten 90 Minuten der Überfahrt um alle unseren Stempel zu bekommen. Kaum sind alle abgefertig, legen wir auch schon in Tanger an.

Unser neuer Reiseleiter Adil und unser neuer Busfahrer Ismail heißen uns schon Willkommen. Im Bus können wir etwas Geld gewechselt: 40 EUR = ca. 400 Dirham. Denn auf den Märkten braucht man Bargeld, wenn man Souvenirs und Wasser kaufen will. Die Uhren müssen wieder ein Stunde zurückgestellt werden.

Es geht zuerst nach Tetuan, wo wir die Altstadt besichtigen und wer schon mal in Afrika auf einem Markt war, kennt die Händlerstände mit im Freien hängendem Fleisch, freilaufenden Hühnern, dichtem Gedränge, verschleierten Frauen und ungewohnten Gerüchen.

Auf der Weiterfahrt gibt uns Adil viele Informationen über sein Heimatland, welche Bedeutung hier Wasser hat, dass Olivenöl genau wie in Spanien zum Grundnahrungsmittel gehört und dass die Sprache marokkanisch und berberisch, französisch aber eine Fremdsprache ist und ab der 3. Klasse unterrichtet wird.

Nein, das ist nicht Südtirol, sondern Marokko

Unsere letzten Hotels waren alle sehr gut, aber unsere neue Unterkunft El Cortijo ist etwas ganz anderes. Sehr urig und landestypisch eingerichtet, kleine 2 stöckige Häuser mit Schafen vor der Tür.

Heute gibt es zum ersten Mal ein Buffet zum Abendessen, mit vielen Salaten, warmen Speisen und Obst als Nachtisch. Der Vanillepudding schmeckte teilweise etwas verbrannt, aber trotzdem sind alle satt geworden. Da es hier keine Bar gibt und die Getränke ziemlich teuer sind (Bier 6 EUR, Rotwein 0,7 l 30 EUR). Geht es seeehr früh ins Bett. Und wir fahren um 8 Uhr schon weiter.

Lilla sa’ida w tal ghedda (ليلة سعيدة و تال غدا)
Tassast tamghart, ar azekka
Bonne nuit et à demain


02.04.26: Granada – Führung Alhambra und dann weiter nach Algeciras

Heute heißt es wieder Kofferpacken und mit den gläsernen Aussenaufzügen runter in die Lobby. Zum einen darf man da keine Höhenangst haben und zum anderen sind es keine intelligenten Aufzüge. Denn da ja fast 46 Personen gleichzeitig mit ihren Koffern nach unten wollen, es aber noch andere Hotelgäste gibt, die zum Frühstück oder in ihre Zimmer wollen, kommen die bereits vollen Kabinen mehrmals in den einzelnen Stockwerken vorbei. Aber nach ca. 7 Min. Wartezeit, kommen auch die Letzten vom 7. Stock unten an. Es gibt wieder ein Abschiedsständchen und dann geht es hinauf zur Alhambra.

Es warten schon unsere Führer Maria und Manuel, die uns die nächsten 3 Stunden mit Geschichte und Kultur begeistern.

Barbara liest uns eine kurze Einführung in die Alhambra vor, die uns auf dieses prächtige Wahrzeichen einstimmt.

Wir besichtigen zuerst die Gärten Generalife mit der ehemaligen Sommerresidenz der Sultane und dann den Renainssancepalast von Karl V, der eigentlich besser nach Italien passen würde.

Marias Gruppe im Renainssancepalast

Und dann geht es in die Nasriden Paläste, wo wir aus dem Staunen angesichts die Ausstattung nicht mehr herauskommen.

Es gibt keinen Sieger, ausserAllah

Natürlich benötigt man da zwischendurch mal eine Harmoniepause und zum ersten Mal auf all unseren Reisen gibt es eine Schlange vor der Männertoilette.

Die ganzen Eindrücke dieser prächtigen Anlage werden noch lange bei uns nachklingen und wir machen uns auf dem Weg über Málaga nach Algeciras.

Die Fahrt dauert 3,5 Stunden und dazwischen brauchen wir auch mal eine Pause, um uns zu stärken. Also ab in eine Autobahnraststätte und es wie der Zufall will, liegt sie genau gegenüber der Raststätte, die wir auf dem Weg nach Granada am 31.03. schon besucht haben. Und sie hat den gleichen Bahnhofscharme, aber das Essen ist überraschender Weise gar nicht so schlecht. Trotzdem müssen wir was für unser Wohlbefinden tun und ein Notfallgetränk wird ausgegeben.

Auf dem Weg gibt Barbara wieder viel Wissen über die jeweilige Umgebung und Gibraltar an uns weiter, wir fahren in Malaga an endlosen Ferienunterkünften vorbei und kommen dann in Algecira im Hotel an.

Während des Abendessens kommen 2 Ehepaare zu uns und schauen sich suchend um. Es stellt sich heraus, dass es Kollegen und Freunde aus Holzgerlingen sind, die von unserer Reise erfahren haben, das Ehepaar Sünder, Clemens König und Sigi Schneider gut kennen und einen kurzen Besuch abstatten wollen. Sie kommen seit 40 Jahre nach Algecira und sind derzeit auf Urlaub hier. So klein ist die Welt. Da müssen wir doch gleich ein Ständchen singen. Einige werden noch auf ein Gläschen in die Bar eingeladen, aber es war wieder ein toller und langer Tag und viele hören ihr Bett rufen.

Nuestro último día en Europa, mañana nos vamos a África.
Buenas noches y que duerman bien.


Da man sich einfach nicht alles merken, geschwiegen denn wiedergeben kann, hier eine kurze Beschreibung der Alhambra (mit KI Unterstützung ;-):

Die Alhambra ist eine der bedeutendsten historischen Anlagen Europas und ein herausragendes Beispiel islamischer Architektur in Spanien. Sie liegt auf dem Sabikah-Hügel oberhalb der Stadt Granada und überblickt das Tal des Flusses Darro.

Die heutige Anlage entstand überwiegend im 13. und 14. Jahrhundert unter der Nasriden-Dynastie, der letzten muslimischen Herrscherfamilie auf der Iberischen Halbinsel. Nach der christlichen Rückeroberung Granadas im Jahr 1492 wurde die Alhambra von den katholischen Königen weiter genutzt und teilweise umgebaut.Sie ist eines der bedeutendsten Beispiele maurischer Architektur in Europa.

Besonders beeindruckend sind die Nasridenpaläste, die aus mehreren miteinander verbundenen Bereichen bestehen, die sich um Innenhöfe gruppieren:

•Mexuar: Der älteste Teil, genutzt für Verwaltung und Audienzen
•Comares-Palast: Offizieller Regierungssitz mit dem berühmten Myrtenhof und dem Thronsaal
•Löwenpalast: Privater Wohnbereich der Herrscher mit dem ikonischen Löwenhof (Patio de los Leones)

Die Nasridenpaläste sind berühmt für ihre außergewöhnlich feine Dekoration:

•Stuckverzierungen mit komplexen geometrischen Mustern
•Arabische Inschriften, oft mit poetischen Texten und religiösen Zitaten
•Muqarnas-Gewölbe (tropfsteinartige Decken), besonders eindrucksvoll im Löwenpalast
•Keramikfliesen (Azulejos) mit präzisen Ornamenten

Ein zentrales Element ist Wasser: Spiegelbecken, Brunnen und Kanäle sorgen nicht nur für Kühlung, sondern verstärken auch die symmetrische Ästhetik.

Die angrenzenden Gärten des Generalife dienten einst als Rückzugsort der Herrscher und laden heute mit Wasserläufen und schattigen Wegen zum Verweilen ein.


01.04.26: Granada – auf eigene Faust erkunden

Heute ist ein busfreier Tag und somit besteht die Möglichkeit Granada zu Fuß zu erkunden. Entweder schließt man sich Barbara an, die mit Hilfe der Audiogeräte einer ganzen Gruppe die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten erklärt oder man kann auf eigene Faust losziehen und alles besuchen, was für einen sehenswert und interessant ist.

Wasserträger und sein Esel

 

Kathedrale

Heute früh ist es noch etwas schattig (5 º C) und entsprechend ist die Innenstadt noch menschenleer und auch mit vielen Personen bequem zu erlaufen. Nach dem „offiziellen“ Teil schwärmen die Teilnehmer aus, kaufen Parfüm mit dem typischen Orangenblütenduft (Barbara kennt hier einfach die besten Einkaufsmöglichkeiten), Schmuck, Mitbringsel, Gewürze und Tee. Einigen machen sich zu Fuß auf, das älteste Stadtviertel Albaicin über endlose Stufen zu erklimmen (das ist man doch von Stuttgart gewöhnt, oder nicht?). Und oh Wunder, oben etwas außer Puste angekommen, sitzen doch schon einige dort in einem Lokal und genießen den tollen Ausblick auf die Stadt. Tja, öffentliche Busse machen es möglich.

Am späten Nachmittag trifft man sich im 8. Stock unseres Hotel auf dem Rooftop und genehmigt sich bei Sonne und 23 º C (kein Aprilscherz) noch einen Kaffee, ein Bier oder einen Sangria, bevor es zum Abendessen geht.

Panoramablick vom Rooftop unseres Hotels

Und nachdem wir ja gestern schon Teile der Prozession gesehen haben und wir den ganzen Tag auf den Beinen sind, hat heute Abend keiner mehr Lust sich ins Getümmel zu stützen. Lieber noch in den 8. Stock rauf und einen Absacker mit dem schönen Blick auf Granada genießen.

¡Buenas noches, que descanses!


Da diese Karwoche mit den Prozessionen in Spanien so ein besonderes Ereignis ist, hier ausnahmsweise mal etwas detailliertere Informationen (KI unterstützt):

Die Prozessionen der Karwoche in Granada

Jedes Jahr verwandelt sich Granada während der Semana Santa in eine Bühne für tief verwurzelte Traditionen. Zahlreiche Bruderschaften (spanisch: cofradías) ziehen in feierlichen Prozessionen durch die historischen Straßen der Stadt.

Die Prozessionen sind geprägt von:

  • Schweigenden Menschenmengen und einer ehrfürchtigen Stimmung
  • Kerzenlicht, das die engen Gassen beleuchtet
  • Trommeln und Blasmusik, die einen feierlichen Rhythmus vorgeben
  • Weihrauch, der die Luft erfüllt

Im Zentrum jeder Prozession stehen die sogenannten Pasos – reich verzierte Plattformen mit religiösen Figuren, die Szenen aus dem Leiden Christi oder der Jungfrau Maria darstellen. Diese werden von Trägern (costaleros) durch die Stadt getragen.

Viele dieser Figuren sind kunsthistorisch wertvoll und stammen aus verschiedenen Epochen.

An den Prozessionen nehmen verschiedene Gruppen teil:

  • Nazarenos: Büßer mit langen Gewändern und spitzen Kapuzen (Schwarz, weiss, lila)
  • Costaleros: Träger der schweren Pasos
  • Musikkapellen: Begleiten die Umzüge mit traditionellen Märschen

Die spitzen Kapuzen erinnern optisch an andere Kontexte, haben hier jedoch eine jahrhundertealte religiöse Bedeutung.

Jeder Tag hat seine eigenen Prozessionen, doch besonders hervorzuheben sind:

  • Gründonnerstag: Eine der intensivsten Nächte mit mehreren großen Umzügen
  • Karfreitag: Gedenktag der Kreuzigung – besonders feierlich und emotional
  • Ostersonntag: Feier der Auferstehung mit deutlich freudigerer Stimmung

Eine einzige Prozession kann mehrere Stunden dauern – und wer sie komplett sehen möchte, braucht Geduld. Doch genau diese Langsamkeit macht den Zauber der Karwoche in Granada aus und ist weit mehr als ein religiöses Ereignis – sie ist ein emotionales Erlebnis, das tief in der Identität der Stadt verwurzelt ist. Wer diese Tage miterlebt, erhält einen einzigartigen Einblick in die andalusische Kultur.

Dieses Paso der Jungfrau Maria wird von 30 Costaleros getragen.

 


31.03.26: Granada – die letzte Hochburg der Mauren in Spanien

Vor der Abfahrt nach Granada, singen wir im Hotel noch unser obligatorisches Abschiedsständchen, aber beim Zottelmarsch haben sich die Bässe irgendwie verlaufen und das Arrangement wird plötzlich etwas moderner. Ob die Zuhörer das bemerkt haben ? Oder sie dachten „des ghört so“.

Wir fahren an unendlichen Olivenplantagen vorbei, mit Bäumen von jung bis uralt. Die Landschaft wird langsam hügeliger und die Sierra Nevada mit dem höchsten Berg Mulhacén (3479 m) kommt immer näher.

Wir machen in dem kleinen Örtchen Luque eine Pause, denn dort gibt es einen Laden mit allerlei Produkten aus Oliven, einem köstlichen frisch gepressten Orangensaft und allerlei Ess- und Trinkbarem. Und einem urigen Museum mit alten Ackergeräten und Geräten zur Olivenölgewinnung. Unser Busfahrer Juan Carlos hat den Schlüssel besorgt und macht eine kleine Führung. Außerdem ist das Gebäude der alte stillgelegte Bahnhof und zwei alte Waggons stehen als Eventlocation zur Verfügung. Die stillgelegten Gleise werden heute als Rad- und Wanderwege genutzt.

Über einen Stopp in einer Autobahnraststätte, die bestimmt keiner von uns mehr besuchen will/wird, geht es nach Granada. Und Barbara meint ganz trocken, dass wir ja derzeit Kälte gewohnt wären und uns die Höhe von 700 m deswegen nix ausmachen würde.

Kaum im Hotel eingecheckt, geht es zu Fuß zu einer Flamencovorführung und jetzt wird es abenteuerlich. Denn auch in Granada gibt es täglich eine Prozession in der Innenstadt, Straßen werden schon gesperrt und es grenzt an ein kleines Wunder, dass unsere Gruppe geschlossen durch die Menschenmassen zu dem kleinen Theater kommt, ohne das jemand verloren geht.

Die Vorführung ist wieder ein absolutes Highlight. Es ist eine Flamencoschule, die den traditionellen Tanz und Gesang pflegt. Die Gruppe besteht aus einem Gitarristen, einem Sänger, einem Tänzer und einer Tänzerin. Und diese Künstler sind eine solche Einheit, dass man versteht, warum Flamenco mehr als nur Musik ist, sondern ein Lebensgefühl verkörpert. Es war sehen- und hörenswert.

Alle machen sich um 19 Uhr durch das Gewimmel auf den Weg zurück ins Hotel, aber einige sehen sich die Prozession noch genauer an und wollen noch etwas Trinken und merken zu spät, dass die Prozzesion einen Schlenker retour macht, und der Rückweg versperrt ist. Es ist kein Durchkommen mehr möglich, so kehren die genervten und müden Heimkehrer mit 2 Stunden Verspätung ins Hotel zurück. Ein sehr netter Kellner sorgt dafür, dass das Essen nochmal aufgewärmt und exklusiv auf‘s Zimmer serviert wird.

Un día emocionante está llegando a su fin – buenas noches.

PS.: Hatte nicht jemand von Kälte gesprochen ? Wir hatten heute 27 º C.

 


30.03.26: Córdoba – Zwischen Moschee und Patios

Nach einem Abschiedsständchen im Hotel, sind wir auf dem Weg von Sevilla nach Córdoba. Vorbei an riesigen Feldern, Störchen und sogar einem Sonnenkraftwerk. Barbara erzählt wieder viel von Land und Leuten und von dem berühmtesten Torero seiner Zeit – El Córdobes.

Damit unsere Gesundheit erhalten bleibt, gibt’s bei einer Rast einen Notfallschnaps bzw. -whiskey

und dann taucht schon Córdoba vor uns auf.

Es ist noch Zeit vor der Führung der Moschee-Kathedrale für einen Snack und um die netten Läden zu besuchen.

Dann werden wir von Miguel (oder Michael, in Deutschland geboren, jetzt aber in Córdoba zu Hause) empfangen und er präsentiert uns dieses einzigartige Nationaldenkmal seiner Heimat – die Mezquita-Catedral.

Diese Moschee, erbaut auf einer westgotischen Basilika, war nach der Erbauung ab 786 die Größte seiner Art in Europa und die zweitgrößte Moschee der Welt (nach Mekka) mit einer Fläche von 23.400 m². Und in die Moschee wurde 1263 nach der Eroberung durch die Christen, eine riesige Kathedrale gebaut. Von den ursprünglichen 1013 Säulen sind 113 dem Neubau zum Opfer gefallen. Die Kathedrale wurde innerhalb von 230 Jahren eingebaut und beherbergt ein Chorgestühl mit 119 Sitzen und 56 Grabkapellen. Und wir haben die Sondergenehmigung bekommen, in einer der Kapellen Singen zu dürfen. Es war eine ganz besonderer Atmosphäre, die alle Anwesenden sehr ergriffen hat.

Moschee

Moschee

Kathedrale

Miguel hat so viel Spannendes und Informatives über das UNESCO Weltkulturerbe zu erzählen, dass wir gar nicht wissen, wo man zuerst hinschauen soll. Einfach überwältigend. Eine riesige Kirche innerhalb einer noch größeren Moschee – auf der ganzen Welt einzigartig.

>>> Info Moschee_Kathedrale (PDF)

Danke Miguel für die tolle Führung

Nach einer Stunde Guggen und Staunen, geht es in die Altstadt mit seinen vielen Gässchen und Innenhöfen (auch Weltkulturerbe) und ohne Miguel würde man nur schwer wieder zurück finden. Es wird ja behauptet, dass 2% der Einwohner verirrte Besucher seien.

Je müder die Füße werden, desto geringer ist die Lust, nach der tollen Führung, die Freizeit zu nutzen, um noch einen Einkaufsbummel zu machen. Zumal die Geschäfte schon um 17 Uhr schließen, weil es heute auch in Córdoba wieder Prozessionen gibt und die Einheimischen schon in die Altstadt strömen. Also strömen wir raus in Richtung Bus und haben eine kurze Fahrt ins Hotel.

Zwar hat unser Speisesaal beim Abendessen den Charme und den Lärm einer Bahnhofshalle, aber das Essen ist reichlich, heiß und ganz gut. Und da wir eine große Gruppe sind, bleibt die Hotelbar kurzerhand geschlossen und die Getränke könnten im Speisesaal geordert werden.

Aber es war wieder ein langer und beeindruckender Tag und so verschwinden doch viele relativ früh auf ihren Zimmern.

¡Buenas noches! ¡Dulces sueños!

PS.: Eigentlich trinkt man hier Wein erst nach 12 Uhr, ausser bei Beerdigungen, denn da ist Wein schon vorher erlaubt. Vielleicht sind deswegen Trauergäste zahlreich vertreten nach dem Motto: Trink vor 12 Uhr den Wein, denn du könntest der Nächste sein.

PSS.: Die vielen Innenhöfen sind oft sehr klein und so werden die Blumentöpfe platzsparend an den Wänden befestigt. Sieht toll und bunt aus, ist aber für die Frauen umständlich zum Gießen und das Gießwasser tropft den Männern auf den Kopf. Deswegen dürfen diese während des Gießens in die Bodega gehen. Es stellt sich jetzt nur die Frage, ob es deswegen immer mehr Wandtöpfe gibt, damit die Männer möglichst lange fortbleiben dürfen oder möglichst lange fortbleiben sollen.


29.03.26: Sevilla – Stadt der Könige und des Flamenco

Heute klingelt um 7 Uhr bei fast allen das Telefon auf dem Zimmer in einer Lautstärke, dass man meint es ist Feueralarm. Dabei ist es nur der Weckanruf und somit die Vorsorge, dass auch alle ihre Uhren umgestellt haben.

Trotz der Sommerzeit und einer kurzen Nacht sind alle pünktlich ab 8:15 Uhr beim Frühstück – nur dass die Abfahrt schon um 9 Uhr statt um 9:15 Uhr ist, haben nicht alle mitbekommen. Aber wir sind ja relaxed und da doch noch nicht so viel Verkehr wie erwartet auf dem Weg nach Sevilla ist, passt der Zeitplan für die Stadtrundfahrt, den Besuch des Plaza España (mit Singeinlage) und die Führung im königlichen Alcazar Palastes perfekt. 

Plaza Espana

Alkazar

Ab heute ist Sevilla im Ausnahmezustand, da die „Heilige Woche“, die Semana Santa, die vom Palmsonntag bis zum Ostersonntag geht, beginnt. Über 60 Bruderschaften ziehen durch die Stadt und jeden Tag gibt es Prozessionen. Und auch die Kapuzenmänner (Nazarenos) sind überall unterwegs.

Jung und Alt, Gr0ß und Klein kleiden sich überaus festlich und chic. Die ganze Stadt scheint auf den Beinen zu sein. Man zeigt sich im besten Sonntagshäs, geht Essen und ein Gläschen Wein trinken und man trifft Freunde und Familie. Und da sich auch noch viele Touristen hier tummeln, wird die Altstadt zusehends voller. Und das tolle Wetter mit blauem Himmel und 20° C  trägt dazu natürlich auch bei.

Die berühmten Keramikkacheln sind überall zu finden

Wir haben uns deswegen für eine Bootstour auf dem Guadalquivir entschieden und genießen den besonderen Blick auf die Stadt vom Wasser aus.

Nein, dass ist nicht unser Schiff, sondern ein Nachbau der Nao Viktoria, mit der Magellan die Welt umsegelte.

Die Ibero-Amerikanische Ausstellung von 1929 und die Weltausstellung Expo 1992 haben bis heute ihre Spuren hinterlassen. Die teilnehmenden Länder haben prächtige ländertypische Pavillons erstellt, die heute noch von diesen Ländern oder anderweitig genutzt werden. Es wurden mehrere architektonisch sehenswerte Brücken für die Ausstellungen erbaut, was uns auf unserem Schiff in 5 Sprachen, zusätzlich zu den vielen Türmen und Gebäuden, mit hörbaren Stolz präsentiert wird. 

Natürlich ist diese Stadt auch sonst überaus geschichtsträchtig, ist doch Christoph Columbus von Huelva (ca. 70 km von Sevilla entfernt) aus nach Indien gestartet und in der Kathedrale von Sevilla beigesetzt. Viele Kulturen haben hier ihren Fußabdruck hinterlassen, was bei jedem Schritt spürbar ist. Allein die Altstadt erstreckt sich über 4 km².

Vom Wind durchgepustet, voller Eindrücke und langsam fußmüde machen wir uns auf den Weg ins Hotel. Leider ist die Bar noch zu, also eröffnen wir unsere eigene Bar.

Karambo, Karacho, ein Whiskey

Jetzt noch Abendessen und ein toller Tag geht zu Ende. Apropos Abendessen; der angekündigte Putenbraten mit süßer Orangensoße und cremiger Kartoffelbeilage hat sich als Schweine- bzw. Rindergulasch mit Reis und süßlicher Soße entpuppt. Aber erstens sind wir relaxed und zweitens hat es gut geschmeckt. Die Bar hat jetzt auch geöffnet und so findet noch der ein oder andere Absacker einen neuen Besitzer. Guads Nächtle.


28.03.26: Willkommen in Andalusien – Anreise nach Sanlucar Mayor

Flugroute

Heute geht’s es also endlich los. Wir starten bei eiskaltem Wetter in Böblingen und fahren mit dem Bus nach Zürich. Es bleibt am Flughafen Kloten  genügend Zeit die Kofferanhänger beim Automaten anhand der Bordkarte rauszulassen und einige haben es sogar geschafft, die Anhänger schon zu Hause beim Check-In anzufordern und auszudrucken. So geht es Ruckzuck, bis alle auf dem Weg zur Sicherheitskontrolle sind. Dort wird auf 3 Ebenen abgefertigt, man muss nix aus dem Rucksack in die Schalen legen – keine Flüssigkeiten, keine elektronischen Geräte – und schon geht es in den A320 der Edelweiss Air.

Was aber immer wieder verwundert ist, dass zwar das Boarding in Gruppen 1 – 5 eingeteilt ist, aber trotzdem beim Einstieg über eine Gangway mit einer Tür (also nicht per Bus übers Rollfeld und 2 offene Türen) nicht von hinten nach vorne aufgefüllt wird, sondern erst die Businessclass aufgerufen wird (na ja die zahlen ja auch mehr, kommen aber auch nicht früher ans Ziel) und dann nach und nach bis zu den hintersten Plätzen. Und es dauert bis jeder seine Sachen verstaut hat und endlich sitzt und die anderen  Passagiere vorbei können. Na ja es muss ja auch noch Verbesserungspotential da sein – vielleicht kann man ja mal die KI fragen, wie das optimiert werden könnte 😉

Der Service ist ausgezeichnet, die Essen reicht bis zur letzten Reihe (Insiderwissen von unserer Reise 2016 in die USA) und nach 1781 km landen wir pünktlich bei 18 Grad und wolkenlosen Himmel in Faro / Portugal.

Eine interessante Beobachtung noch aus dem Flieger: Früher gab es „Kotztüten“ in den Sitzennetzen vor einem, jetzt gibt es Spendentüten für einen guten Zweck. Die Zeiten ändern sich eben.

Spendentüte

Da wir noch in Portugal sind, müssten wir eigentlich die Uhren eine Stunde zurück stellen. Bei die Überquerung der Grenze  nach Spanien dann wieder eine Stunde vorstellen und da ja von heute auf morgen die Umstellung der Winter- auf die Sommerzeit erfolgt, um 2 Uhr auf 3 Uhr umstellen. Es wird also spannend, ob morgen alle rechtzeitig zum Frühstück und zur Abfahrt da sind.

Unsere Reiseleiterin Barbara Mayer nimmt uns am Flughafen in Empfang, wir singen natürlich ein kurzes Ständchen und dann haben wir noch 2 Stunden Busfahrt nach Sanlucar Mayor (26 km vor Sevilla) vor uns.

Der Reisechor singt in der Ankunftshalle

Auf der Fahrt bekommen wir erste Infos über die Geschichte Andalusiens und Sevillas. Wir haben einen tollen Bus ohne Netze am Sitz, dafür an fast jedem Sitzplatz Strom zum Handyladen. Man kann eben nicht alles haben.

Um 23 Uhr noch ein Abendessen im Hotel – alles etwas lauwarm, aber einigermaßen essbar und dann ins Bett. Schließlich wird uns ja heute Nacht noch eine Stunde geklaut.


Bald geht es los – letzte Besorgungen

Nur noch 2 Tage, dann geht es los. Und jetzt wird es höchste Zeit beim Hausarzt das für Marokko benötigte Attest zu besorgen. Denn alle benötigten verschreibungspflichtigen Medikamente sollen in Originalverpackung und mit dem Attest des Arztes in Englisch und Französisch versehen werden. Und das Rezept dazu soll auch noch dabei sein.

Puh, also in Dokumentenablagen und Ordner eintauchen und suchen, suchen, telefonieren, den Arzt besuchen und das Attest abholen. Äh Mist, ein Medikament vergessen, also nochmal los, aber kein Rezept mehr gefunden (von 2022), dafür das Attest vollständig. Da heisst es hoffen, dass das alles so ausreichend ist.

Und jetzt kommt noch vom Reisebüro die Empfehlung, Medikamente gegen Durchfall, Elektrolyte und Kohle-Compretten (noch nie vorher gehört) in die Reiseapotheke zu packen. Und Probiotika werden auch empfohlen. Die Reiseapotheke ist aber schon voll. Also nochmal zur Apotheke und Umpacken.


Vorbereitung, Fragen und mehr

Bald ist es soweit – Andalusien und Marokko warten. Die Vorbereitungen laufen wieder auf Hochtouren. Es gibt immer noch An- und Abmeldungen, die T-Shirts (schwarz, rot, gelb) müssen neu bestellt werden bzw. neu bestickt werden, die Raten für die Bezahlung stehen an, das Liedrepertoire muss zusammengestellt werden und die letzten Proben stehen an.

Es gibt immer wieder wichtige Fragen zu klären:
Ist der Reisepass noch gültig ?
Braucht man einen Stecker-Adapter in Marokko ?
Sollte  Geld getauscht werden und wenn ja, in D oder vor Ort? Und wie heißt die Währung in Marokko ?
Hat jeder ein Handy zum Einchecken für den Rückflug ?
Konzertkleidung ?

Die Spannung steigt und angesichts der Überschwemmungen in Andalusien und Marokko in den letzten Tagen, bleiben doch einige Fragezeichen offen. Alle sind gespannt, was uns dort erwartet.

Saludos cordiales
تحيات حارة   Tahiat hara


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